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Geschichte des Steiermärkischen Landesarchivs

Die ersten Archive des Landes entstanden bereits mit der Übergabe der Grundschenkungsurkunden an Adel und Kirche in der Karolingerzeit. Mit der zunehmenden Schriftlichkeit der Verwaltung kamen zu den Urkunden die Verwaltungsoperate der Grundherrschaften (Urbare und Stiftregister), Städte und Märkte (Stadt- und Marktbücher) und des Herzogtums Steiermark (Landtagsakten, Landtagsprotokolle und Steueroperate).

Neben den Klosterarchiven, Familienarchiven, Herrschaftsarchiven, Stadtarchiven und Marktarchiven entstanden seit dem 16. Jahrhundert mit der ständischen und landesfürstlichen Verwaltung zwei große Verwaltungsregistraturen.

 

 

Erzherzog Johann als früher Förderer des Archivwesens

Josef Wartinger © StLA
Josef WartingerJosef Wartinger
© StLA
 

Erzherzog Johann räumte 1811 bei der Gründung des von ihm gestifteten Landesmuseums Joanneum dem Archiv einen besonderen Rang ein. Er erließ an die Werbbezirke der Steiermark und Kärntens einen Aufruf, an das Landesmuseum Schriftstücke einzusenden, damit die Geschichte des Landes aus den Geschichtsquellen geschrieben werden könne.

Joseph Wartinger führte als ständischer Archivar im Auftrag Erzherzog Johanns Archivbereisungen durch, fertigte Abschriften wichtiger Urkunden an und konnte viele Archivalien für das Joanneumsarchiv erwerben.

 

Die Entwicklung zum Landesarchiv

Die Aula der ehemaligen Universität, seit 1906 Archivdepot, kurz vor der Übersiedelung. © StLA
Die Aula der ehemaligen Universität, seit 1906 Archivdepot, kurz vor der Übersiedelung.Die Aula der ehemaligen Universität, seit 1906 Archivdepot, kurz vor der Übersiedelung.
© StLA
 

Das so entstehende Archiv des Joanneums bildete bis 1816 einen Anhang der historischen Fachbücherei der am Landesmuseum Joanneum bestehenden Leseanstalt. Es wurde 1817 Joseph Wartinger anvertraut, der damit zum ersten Archivar des Joanneumsarchivs wurde. Er führte dieses Archiv bis 1850.

Joseph (von) Zahn, Professor für Österreichische Geschichte an der Rechtsakademie Pressburg, wurde 1861 mit der Leitung des Joanneumsarchivs beauftragt. Er entwarf ein neues Organisationsstatut und erreichte 1868 die Abtrennung des bisher mit dem Joanneumsarchiv verbundenen Münz- und Antikenkabinettes sowie die Vereinigung mit dem Landschaftlichen Archiv. Das Landesarchiv war als das Zentralarchiv der auf Landesebene bestehenden Archive entstanden.

Für das seit dem 16. Jahrhundert durch landesfürstliche und staatliche Behörden entstandene Schriftgut erfolgte die Gründung eines Archivs erst Jahrzehnte später. Anton Kapper gelang es 1905 nach langjährigen Bemühungen, die bisher bei der Registratur der Statthalterei verwahrten Archivalien in den freigewordenen Räumen der alten Universitätsbibliothek im Hause Bürgergasse 2 A unterzubringen. Das "Statthaltereiarchiv" wurde ab 1906 organisiert. Es wurde als Zentralarchiv für das Archivgut aller staatlichen Behörden konzipiert, die auf dem Gebiet der Innerösterreichischen Ländergruppe und auf dem Boden des Landes Steiermark tätig waren. Nach dem Zerfall der Monarchie erhielt das Statthaltereiarchiv den Namen "Landesregierungsarchiv".

Im Zuge der politischen Verwaltungsreform wurde im Herbst 1925 die Bundesverwaltung zweiter Instanz (Landesregierung) mit der autonomen Landesverwaltung zusammengelegt und damit auch die 1927 beschlossene Zusammenlegung der beiden Grazer Zentralarchive eingeleitet. Sie wurde 1932 durchgeführt. Die Vereinigung der Bestände beider Archive in ein großes Zentralarchiv war aus Raumgründen nicht möglich. Das Landesarchiv und das Landesregierungsarchiv wurden unter einer gemeinsamen Leitung geführt. 1951 erhielt das Gesamtarchiv den von Erzherzog Johann erstmals 1814 gebrauchten Namen "Landesarchiv".

Nach der Rückführung der während des Zweiten Weltkrieges verlagerten Archivalien wurde mit dem 1959 erschienenen Gesamtinventar die erste umfassende Übersicht über die Bestände des Steiermärkischen Landesarchivs im Druck veröffentlicht. Umfangreiche Zuwächse durch Behördenablieferungen und Erwerb historisch bedeutender Archive machten die Erweiterung der Magazinkapazitäten erforderlich.  

 

Umzug ins ehemalige Karmeliterkloster und Beginn der Informationstechnik

Schlechte Lagerung, mühevolle Aushebung in allen Depots © StLA
Schlechte Lagerung, mühevolle Aushebung in allen DepotsSchlechte Lagerung, mühevolle Aushebung in allen Depots
© StLA
 
Raumsparende Lagerung von Archivkartons im Zentraldepot. © StLA
Raumsparende Lagerung von Archivkartons im Zentraldepot.Raumsparende Lagerung von Archivkartons im Zentraldepot.
© StLA
 

Nach mehrjährigen Vorbereitungsarbeiten wurde das ehemalige Karmeliterkloster 1981 dem Steiermärkischen Landesarchiv zugewiesen. Nach der Sanierung eines Teiles des weitläufigen Gebäudes wurde 1986 mit dem Probebetrieb begonnen. 1987 war der erste Bauabschnitt abgeschlossen und das Steiermärkische Landesarchiv auf drei Standorte aufgeteilt, zu denen noch ein Außendepot kam.

Der Einstieg in die Informationstechnik erfolgte 1991 mit drei Personalcomputern, ausgestattet mit Software für Büroanwendungen und Datenbankapplikationen. Der Ausbau der Archivdatenbank zum integrierten Archivinformationssystem mit mehr als 40 Bildschirmarbeitsplätzen erfolgte in mehreren Projektstufen bis 1997. Im Bereich der Spezialarchive und Sammlungen sind fast alle Bestände online nachweisbar.

Mit der Errichtung des Zentralspeichers und der Adaptierung des ehemaligen Karmeliterklosters wurde dem Steiermärkischen Landesarchiv im Jahr 2000 ein neues Gebäude übergeben, das allen Anforderungen für Archivbenützung, Lagerungstechnik und Depotklima sowie durch die Ausstattung mit einer Restaurierwerkstätte, einer Handbuchbinderei und einem Studio für Reprographie und Medienkonvertierung dem Stand der Archivtechnik entspricht. Es bietet für Archivbenützer und Archivpersonal optimale Arbeitsvoraussetzungen.

Mit der Einrichtung des Studios für Reprographie und Medienkonvertierung wurden die Voraussetzungen geschaffen, für die Archivbenützer auf dem Stand der Technik stehende Reproduktionsmöglichkeiten anzubieten und besonders empfindliches Archivgut im Rahmen des Projektes "Digitales Archiv" in digitale Nutzungsformen zu konvertieren.

Josef Riegler

 
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